Fristlosen Kündigung bei Bagatelldiebstähle?

Wir weisen euch darauf hin, dass bereits Bagatelldiebstähle zur fristlosen Kündigung führen können. 

 

Erinnert euch an das Emmely-Urteil, dort ging es um einen Pfandbon von nicht einmal 2,00 €.

 

Der gleiche Sachverhalt liegt bei der Mitnahme von Fundsachen vor. Beide „Taten“ stellen einen starker Vertrauensmissbrauch gegenüber dem Arbeitgeber dar.

 

Anders ausgedrückt, ein vorsätzlicher Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine Vertragspflichten kann eine fristlose Kündigung auch dann rechtfertigen, wenn der damit einhergehende wirtschaftliche Schaden gering ist.

 

Umgekehrt ist nicht jede unmittelbar gegen die Vermögensinteressen des Arbeitgebers gerichtete Vertragspflichtverletzung ohne Weiteres ein Kündigungsgrund. Maßgeblich ist hier Paragraph 626 Abs.1 BGB 

 

§ 626 Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund

 

(1) Das Dienstverhältnis kann von jedem Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, auf Grund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist oder bis zu der vereinbarten Beendigung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

 

(2) Die Kündigung kann nur innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Kündigungsberechtigte von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. Der Kündigende muss dem anderen Teil auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen.